Sonntag, 6. Mai 2012

Coursera

https://www.coursera.org/

Coursera ist ein Portal, das die mittlerweile sehr vielfältigen und frei zugänglichen Online-Lehrangebote amerikanischer Universitäten bündelt und zentral zugänglich macht.
So kann man ab Juli virtuell die University of Michigan besuchen und sich "Internet History, Technology, and Security" anhören (https://www.coursera.org/course/insidetheinternet) oder ab September in Princeton "A History of the World since 1300" (https://www.coursera.org/course/wh1300)
Oder aber auch seine Kenntnisse in "Social Network Analysis" (und Gephi) vertiefen (https://www.coursera.org/course/sna).

ORBIS - The Stanford Geospatial Network Model of the Roman World

http://orbis.stanford.edu/

Im letzten Post hatte ich es schon angekündigt, jetzt ist ORBIS - The Stanford Geospatial Network Model of the Roman World online.

"ORBIS: The Stanford Geospatial Network Model of the Roman World reconstructs the time cost and financial expense associated with a wide range of different types of travel in antiquity. The model is based on a simplified version of the giant network of cities, roads, rivers and sea lanes that framed movement across the Roman Empire. It broadly reflects conditions around 200 CE but also covers a few sites and roads created in late antiquity."

Neben vielen methodischen Überlegungen (Understanding Orbis, Buidling Orbis), was ein solches tool soll und kann, finden sich auch bereits Anwendungsbeispiele aus der Forschungspraxis (auf die man leider, wie auf den ganzen Inhalt der Seite, nicht direkt verlinken kann).

Das Herzstück befindet sich unter "Mapping Orbis" und bietet die Möglichkeit sich Reisedauer und -kosten verschiedenster Transportmöglichkeiten zwischen zahlreichen Orten des römischen Reichs ausrechnen zu lassen.

Laut Orbis brauchte man als Zivilreisender im Mai von Rom nach Köln auf dem schnellsten Weg 23,8 Tage, reiste die Küste entlang von Rom nach Genua, dann nach Augusta Raurica und von dort aus mit dem Schiff den Rhein rauf. Praktischerweise lassen sich die Ergebnisse dann auch noch exportieren, so dass man sie nach belieben weiterverwenden kann.

Schön.

Montag, 16. April 2012

Digitales Publizieren

Derzeit wird viel über die Zukunft wissenschaftlicher Publikationen als digitaler Publikationen diskutiert. Das ist wichtig und das ist gut.
Dabei sollten aber auch wir HistorikerInnen nicht aus den Augen verlieren, dass neue Publikationsformen auch neue Möglichkeiten bieten, die über den Einbezug der "Community" hinausgehen. Digitales Publizieren ermöglicht nämlich auch - und das klingt (und ist) ziemlich banal - die Einbindung digitaler Forschungsergebnisse und eröffnet damit auch neue Formen von Narrativität. Weniger banal hingegen ist es, solche Forschungsergebnisse erst einmal zu produzieren.

Ein Beispiel, wie man's machen kann, geht am 2. Mai online, wurde in Stanford produziert, befasst sich mit römischen Transportsystemen und heißt "ORBIS: The Stanford Geospatial Network Model of the Roman World"

Mehr dazu findet man hier:
https://dhs.stanford.edu/algorithmic-literacy/a-model-of-and-for-digital-publication


Samstag, 14. April 2012

Stimmen aus dem Jenseits: William T. Stead und die Titanic.

 Zu William T. Stead könnte man viel erzählen, zur Titanic auch. Beschränken wir uns also auf ihre gemeinsame Geschichte: Stead - gerade auf dem Weg zu einem Friedenskongress in New York - starb beim Untergang der Titanic.

Um Stead und die Titanic ranken sich viele unterschiedliche Geschichten (auch die Mumien-Geschichte ist nicht schlecht: http://www.titanicandco.com/curse.html). Einige Quellen berichten davon, dass er, nachdem alle Rettungsboote im Wasser waren, sich mit einigen anderen in den Rauchersalon der Ersten Klasse zurückgezogen  und dort in einem Sessel ein Buch gelesen habe, andere wollen ihn auf einem Rettungsboot gesehen haben. Seine Leiche jedenfalls wurde nie gefunden.

Nunja und dann war da noch Stead, der von sich selbst behauptete, er sei es gewesen, der die Band dazu animiert hatte "Näher mein Gott zu dir" zu spielen. Stead? Ja, genau! Denn als praktizierender Spiritualist ließ es sich Stead natürlich nicht nehmen, wenige Tage nach seinem Tod mit einem Medium Kontakt aufzunehmen:

"Ich entbiete Euch allen in Liebe meinen Gruß! Ich freue mich sehr, unter Euch zu sein. Ich bin ganz frei. Also bitte, betrübt Euch meinetwegen nicht. Denn ich bin Euch ja so nahe und es würde mir dies nur schaden. Gott sei Dank, dass alles vorüber ist. Ich hatte nicht zu leiden, befand mich im Gegenteil in einer so begeisterten Stimmung wie niemals im Leben. Ich fühlte einen richtigen geistigen Impuls. Das Verlassen meines Körpers spürte ich gar nicht. Wie leicht ist es doch! Ich entsinne mich, vom Deck hinab ins Wasser gesprungen zu sein. Als ich dann im Wasser lag, kam mir dies kaum zum Bewusstsein. Ich erinnere mich nur, dass ich blind um mich gegriffen habe, wobei mir etwas in die Hände kam. Aber ich hatte keine Leiden zu erdulden. Nach einigen Augenblicken der Betäubung hatte ich das Gefühl, frei zu sein, sah mich aber umgeben von Zuständen, die das Herz des stärksten Mannes erbeben gemacht hätten. In meinen Ohren ertönte noch immer der Refrain.- 'Näher mein Gott zu Dir'. Ja, das war ja das Lied, das ich selbst vorgeschlagen hatte und das infolgedessen in den letzten Augenblicken an Bord gespielt wurde. Ach, diese armen Seelen, die keine Ahnung davon hatten, wo sie sich befanden. Ich suchte sofort, ihnen zu Hilfe zu kommen. Es war eine schwere Arbeit für mich und ich stehe unter dem Eindruck, dass ich hier ein sehr tätiges Leben zu führen haben werde. - Ich möchte Euch allen noch für die viele Hilfe danken, die Ihr mir habt zukommen lassen, seit ich aus meinem Körper heraus bin.... Ich kann nicht mehr sagen und möchte nur noch an Mr. Blackwell die Bitte richten, dass man mich so bald wie möglich fotografiert."
(mehr dazu hier: http://www.parapsychologie-online.de/titanicstead.html)

Seine Tochter, die ebenfalls von sich behauptete mediale Fähigkeiten zu haben, publizierte einige Zeit später ein ganzes Buch (inklusive Vorwort von Arthur Conan Doyle) über den Weg Steads vom Bord der Titanic zur "Blauen Insel". Dort findet sich dann auch ein "Bild" des Stead-Geists:
http://archive.org/stream/blueislandexperi00stea#page/n9/mode/2up

 In der Tat ziemlich Stead-mäßig klingt der folgende Satz

"Oh, how badly I needed a telephone at that moment. I felt I could give the papers some headlines for the evening."

Bei all diesen Mitteilungen, scheint es dann schon fast gar nicht mehr verwunderlich, dass Stead natürlich auch schon vor dem Untergang eine Kurzgeschichte über den Untergang eines Schiffes schrieb und allgemein in seiner Zeitschrift, der "Review of Reviews" eine gewisse Vorliebe für Schiffsbruch-Meldungen hatte.
Die Geschichte, mit dem Titel "How the Mail Steamer went down in Mid Atlantic by a Survivor" die in den lezten Tagen immer wieder gerne im Kontext von Titanic-Vorahnungen auftaucht, findet sich übrigens hier: http://www.attackingthedevil.co.uk/pmg/steamer.php

Mehr zu Stead und der Titanic findet man hier:
http://www.attackingthedevil.co.uk/titanic/index.php

Mittwoch, 21. März 2012

Rome Reborn 2.2

Rome Reborn 2.2: A Tour of Ancient Rome in 320 CE from Bernard Frischer on Vimeo.

 Wäre die römische Geschichte zu meiner Schulzeit auch schon in 3D dahergekommen, hätte ich sie vielleicht spannender gefunden.
Aber es ist ja nie zuspät ...
Die anderen Videos scheinen übrigens auch noch ganz interessant zu sein.

Dienstag, 20. März 2012

Der Untergang der Titanic bei Twitter

Zum 100. Jahrestags des Untergangs der Titanic werden jetzt die zeitgenössischen Funksprüche in Echtzeit vom Maritime Museum of the Atlantic getwittert.
http://museum.gov.ns.ca/mmanew/en/home/whattoseedo/Titanic/titanictwitter.aspx

Während das Museum erst am 12. April loslegt, sich also auf den Tag des Untergangs beschränkt, läuft bereits jetzt ein anderes, allerdings eher fiktives Projekt:
https://twitter.com/#!/TitanicRealTime

Sonntag, 18. März 2012

Edison Motion Pictures

http://memory.loc.gov/ammem/edhtml/edmvhm.html

Fan der LoC bin ich ja schon lange, aber ich werde auch immer mehr ein Fan von Thomas Edison. Und nachdem es in letzter Zeit schon einiges zum anhören gab, jetzt mal was zum anschauen. Edisons Werkstatt hat nämlich nicht nur den Phonographen erfunden (übrigens war mir bisher nicht klar, dass Edison offenbar eine starke Gehörschädigung hatte), sondern auch den Kinetograph und das Kinetoscop.
Und die LoC hat dankenswerterweise einige frühe Filme digitalisiert und im Netz zugänglich gemacht.
Auch hier ist die Mischung mindestens genauso bunt, wie bei den Tonaufnahmen und reicht von
Einwanderern in Ellis Island
über San Francisco (vor dem Erdbeben von 1906) aus der Vogelperspektive
und Polit-Satire
bis hin zu einem "Trapeze disrobing act" (der fette Copyright-Hinweis mutet irgendwie ziemlich aktuell an ;-) )




Dienstag, 13. März 2012

google kooperiert mit Otlets Mundaneum

http://www.nytimes.com/2012/03/13/technology/google-to-announce-venture-with-belgian-museum.html?_r=1&src=tp

Wie die New York Times gestern berichtet hat, plant google eine Kooperation mit dem Mundanuem-Museum in Belgien.
Otlet hat in den letzten Jahren eine sehr interessante Renaissance erlebt, die ihn mittlerweile als "Erfinder" des Internets darstellt. Wie es scheint, will google sich nun auch mit seinem Vorfahr beschäftigen und sei es nur, um "to demonstrate that it [google] is a friend of European culture, at a time when its services are being investigated by regulators on a variety of fronts."
Das wird bestimmt ein interessantes Projekt und vielleicht kümmern sie sich ja auch um das eigentliche Gebäude. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass google damit mehr im Sinn hat, als nur gute Stimmung in Europa zu verbreiten ...

Hier noch ein kleiner Film:

Montag, 12. März 2012

Noch mehr alte Töne: Volta Laboratory Collection

http://blogs.loc.gov/loc/2012/03/unlocking-sounds-of-the-past

Nachdem ich gerade eine Edition alter Aufnahmen von Komponisten und ihren Werken gefunden habe:
http://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Creators-Komponisten-spielen-eigene-Werke-am-Klavier/hnum/4555740
kommt nun auch noch aus der LoC die Meldung, dass sie sehr alte Bestände aus Bells Volta Laboratory restaurieren.

Darunter auch "Mary had a little Lamb"- der Anfang eines populären amerikanischen Lieds  (http://youtu.be/u_K9hFxSvDM) und gleichzeitig berühmter erster von Edison aufgenommener Satz (http://youtu.be/fnGsHx7QD2o). Interessant, dass  mit Bell auch die Konkurrenz diesen Satz benutzte.
Noch interessanter ist jedoch, dass auch hier wieder genau die Sachen rausgehört werden konnten, die heute noch bekannt sind, während eher abstraktere Mitteilungen nicht eindeutig aufgelöst werden können. Mehr dazu hier: http://www.geschichtsweberei.blogspot.com/2012/03/bertha-vs-bismarck-oder-wie-wir-lernten.html

Botticelli, BMI und Photoshop

http://www.annautopiagiordano.it/venus-ita.html

Die digitale Nachbearbeitung von Models gehört heute ja schon zum Standard, aber auf dieser netten website sieht man, was passiert wäre, hätte es in der Renaissance das heutige Schönheitsideal und Photoshop gegeben.
Und bei Heidi in GNTM würden die "bearbeiteten" Mädels wahrscheinlich immer noch kein Foto bekommen ...